Ob beim Spieleabend in Berlin, beim Hüttenwochenende in Tirol oder als Icebreaker im Büro in Wien: Gute Fragen können aus Smalltalk echte Nähe machen. In diesem Artikel lernst du, wie du Gesprächskarten selbst gestalten kannst – kreativ, alltagstauglich und passend für verschiedene Anlässe. Dich erwarten 15 konkrete Ideen, Tipps zu Material und Design sowie Frage-Beispiele, die für mehr Tiefe, Humor und Verbindung sorgen.

Gespräche entstehen nicht immer von allein – vor allem dann nicht, wenn Menschen sich noch nicht gut kennen oder wenn man in vertrauten Beziehungen immer wieder bei denselben Themen landet. Genau hier sind Gesprächskarten so stark: Sie geben Impulse, schaffen Struktur und öffnen Türen zu Geschichten, Meinungen und Gefühlen, die sonst vielleicht ungesagt bleiben.

Wenn du Gesprächskarten selbst gestalten möchtest, brauchst du weder eine Design-Ausbildung noch teures Equipment. Mit der richtigen Idee, einer klaren Kategorie-Struktur und ein paar gestalterischen Kniffen kannst du Karten erstellen, die sich anfühlen wie „gekauft“ – aber viel persönlicher sind. Und das Beste: Du bestimmst Ton, Humor, Tiefe und Kontext. Ideal für Freundeskreise in Deutschland und Österreich, für Familienfeiern, Paarabende, Team-Workshops oder als Geschenk.

Warum selbst gemachte Gesprächskarten oft besser funktionieren

Fertige Sets sind praktisch, wirken aber manchmal generisch oder passen nicht zum Umfeld. Selbst gestaltete Karten erlauben dir, Sprache, Beispiele und Schwierigkeitsgrad so anzupassen, dass sich alle wohlfühlen – egal ob in Hamburg, München, Graz oder Salzburg.

  • Passender Ton: Du entscheidest, ob die Fragen locker, tiefgründig, witzig oder reflektierend sind.
  • Kulturelle Nähe: Du kannst Anspielungen, Feiertage, regionale Unterschiede und Alltagssituationen aus DACH einbauen (z. B. Weihnachtsmarkt, Vereinsleben, Berge, Seen, Stadtleben).
  • Zielgruppen-Fit: Kinder, Jugendliche, Paare, Kolleg:innen – jede Gruppe braucht andere Formulierungen.
  • Mehr Wirkung: Persönliche Fragen schaffen schneller echte Verbindung, weil sie relevanter sind.

Grundprinzipien: So werden Karten wirklich gut

Bevor wir zu den 15 Ideen kommen, lohnt sich ein kurzer Blick auf das „Handwerk“. Denn die besten Kartensets folgen ein paar simplen Regeln, die Gespräche erleichtern statt überfordern.

1) Die richtige Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe

Ein Set, das nur aus sehr tiefen Fragen besteht, kann anstrengend werden. Umgekehrt bleibt ein reines Fun-Set oft an der Oberfläche. Bewährt hat sich eine Mischung, z. B.:

  • 40% leichte Fragen (Einstieg, Humor, Alltag)
  • 40% mittlere Tiefe (Werte, Entscheidungen, Erinnerungen)
  • 20% tiefe Fragen (Ängste, Wünsche, Verletzlichkeit)

2) Klarer Kontext, klare Sprache

Eine gute Karte ist leicht zu verstehen. Vermeide Schachtelsätze und doppelte Verneinungen. Gerade in gemischten Gruppen (Dialekte, unterschiedliche Bildungshintergründe) funktionieren kurze, klare Formulierungen am besten.

3) Sicherheitsgefühl & Freiwilligkeit

Wenn du Gesprächskarten für Freunde, Familie oder Teams erstellst, baue kleine „Sicherheitsregeln“ ein. Das erhöht die Bereitschaft, ehrlich zu antworten.

  • Skip-Regel: Jede Person darf jederzeit eine Frage überspringen – ohne Begründung.
  • Nachfrage-Regel: Nachfragen sind okay, aber nur respektvoll und ohne Druck.
  • Diskretions-Regel: Was im Kreis geteilt wird, bleibt im Kreis (besonders im beruflichen Kontext).

4) Variation in Frageformen

Statt immer nur „Was ist …?“ zu fragen, nutze unterschiedliche Formate:

  • Entweder/Oder (leicht, spielerisch)
  • Skalenfragen („Auf einer Skala von 1–10 …“)
  • Story-Prompts („Erzähl von einem Moment, als …“)
  • Hypothetische Szenarien („Stell dir vor, du könntest …“)

Material & Tools: Damit deine Karten hochwertig wirken

Du kannst Gesprächskarten komplett analog, komplett digital oder hybrid erstellen. In Deutschland und Österreich bekommst du Bastelmaterialien in Drogerien, Schreibwarenläden oder online sehr unkompliziert.

Analoge Basics

  • Karton/Blankokarten (300–400 g/m² wirken stabil)
  • Fineliner oder Gelschreiber für gute Lesbarkeit
  • Washi-Tape oder Sticker für schnelle Gestaltung
  • Hüllen/Box (z. B. Karteikartenbox), damit das Set „fertig“ wirkt

Digitale Tools (für Layout & Druck)

  • Canva für schnelle Layouts und Vorlagen
  • Google Docs / Word für schlichtes, sauberes Set
  • InDesign / Affinity Publisher für Profi-Layout (optional)

Tipp: Wenn du drucken willst, achte auf eine gut lesbare Schrift (z. B. 12–14 pt) und ausreichend Rand. Matte Oberfläche wirkt oft hochwertiger und ist weniger spiegelnd bei warmem Licht (z. B. am Küchentisch oder in der Berghütte).

Aufbau eines Sets: Kategorien, Farben, Symbole

Ein Set wirkt durchdacht, wenn es Kategorien hat. Damit können Gruppen je nach Stimmung wählen. Das ist besonders praktisch bei gemischten Runden: Manche möchten erst warm werden, andere direkt in die Tiefe.

  • Farbcodes: z. B. Blau = reflektierend, Gelb = humorvoll, Grün = Werte, Rot = tief
  • Symbole: Herz (Nähe), Kompass (Werte), Glühbirne (Ideen), Berg (Herausforderungen)
  • Level: 1–3 Punkte oder „leicht/mittel/tief“

15 Ideen, wie du Gesprächskarten kreativ gestalten kannst

Jetzt zum Kern: 15 praxiserprobte Ansätze, mit denen du dein eigenes Kartenset entwirfst. Jede Idee enthält Hinweise zur Umsetzung und Beispiel-Fragen. Du kannst sie kombinieren oder als eigene Mini-Decks bauen.

Idee 1: Das „Warm-up“-Deck für jede Runde

Dieses Deck ist ideal für den Einstieg beim Spieleabend oder Familienbesuch. Es hilft, anzukommen – ohne dass gleich sehr Persönliches geteilt werden muss.

  • Umsetzung: 20–30 Karten, kurze Fragen, maximal 1 Satz.
  • Design: Helle Farben, gut lesbare Typo.

Beispiele:

  • Was war heute dein kleiner Highlight-Moment?
  • Welche Sache hat dich diese Woche überrascht?
  • Welches Getränk passt gerade zu deiner Stimmung?
  • Team Kaffee oder Team Tee – und warum?

Idee 2: „Entweder/Oder – aber mit Begründung“

Entweder/Oder-Fragen sind leicht, aber die Magie entsteht durch die Begründung. So wird’s schnell persönlich, ohne intim zu werden.

  • Umsetzung: Pro Karte zwei Optionen + „Warum?“
  • Hinweis: Nutze DACH-nahe Beispiele (Berge/See, Stadt/Land).

Beispiele:

  • Bergpanorama oder Meerblick – warum?
  • Spontantrip oder lange geplant – warum?
  • Weihnachtsmarkt oder Sommerfest – warum?
  • Früh aufstehen oder spät ins Bett – warum?

Idee 3: „Storytime“-Karten, die Erinnerungen öffnen

Menschen verbinden sich über Geschichten. Story-Prompts holen Erlebnisse hervor, die andere sonst nie hören würden.

  • Umsetzung: Beginne mit „Erzähl von …“ oder „Wann war das letzte Mal …“
  • Design: Kleine Linien-Illustrationen (Kamera, Ticket, Stern).

Beispiele:

  • Erzähl von einem Moment, in dem du dich richtig mutig gefühlt hast.
  • Welche Begegnung ist dir bis heute im Kopf geblieben?
  • Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?
  • Erzähl von einer Reise-Panne, die im Nachhinein witzig ist.

Idee 4: Werte-Karten („Was ist dir wirklich wichtig?“)

Werte-Fragen bringen Tiefe, ohne zu therapieren. Sie eignen sich gut für Freundschaften, Paare und Teams (besonders in Workshops).

  • Umsetzung: 15–25 Karten, mittlere Tiefe.
  • Tipp: Nutze Skalenfragen, um Einstieg zu erleichtern.

Beispiele:

  • Welche Eigenschaft schätzt du an anderen am meisten?
  • Auf einer Skala von 1–10: Wie wichtig ist dir Sicherheit – und warum?
  • Wofür würdest du immer Zeit freimachen?
  • Welche Regel würdest du in der Welt gern einführen?

Idee 5: „Komplimente & Dankbarkeit“ – Karten, die Nähe schaffen

Gerade in deutschen und österreichischen Kontexten wird Anerkennung manchmal eher indirekt gezeigt. Ein eigenes Deck kann das spielerisch erleichtern, ohne kitschig zu wirken.

  • Umsetzung: Formuliere prompts, keine direkten „Sag X“-Befehle, wenn es sanfter sein soll.

Beispiele:

  • Wofür bist du heute dankbar (auch etwas Kleines)?
  • Welche Stärke siehst du gerade bei der Person links von dir?
  • Welche Geste von jemandem hat dir zuletzt gutgetan?
  • Was würdest du deinem „Ich von vor 5 Jahren“ danken?

Idee 6: Humor-Karten ohne Fremdscham

Humor verbindet – wenn er nicht auf Kosten anderer geht. Setze auf Alltagskomik statt peinlicher Mutproben.

  • Umsetzung: 20 Karten, kurze Antworten möglich.
  • Design: Comic-Icons, kräftige Farben.

Beispiele:

  • Welche „unnötige“ Sache macht dich trotzdem glücklich?
  • Was ist dein harmlosester, aber fester Spleen?
  • Welcher Satz bringt dich sofort zum Lachen?
  • Welche App würdest du sofort löschen, wenn du müsstest?

Idee 7: „Tief, aber sicher“ – Karten mit sanfter Verletzlichkeit

Tiefe Fragen funktionieren, wenn sie nicht überfallen. Formuliere sie so, dass man auch kurz antworten darf.

  • Umsetzung: 10–20 Karten, Level „tief“ markieren.
  • Satzbau: Erlaube Alternativen: „Wenn du magst …“

Beispiele:

  • Was würdest du gern öfter aussprechen, tust es aber selten?
  • Welche Situation kostet dich aktuell am meisten Energie?
  • Was hilft dir wirklich, wenn du gestresst bist?
  • Welche Hoffnung hast du für die nächsten 12 Monate?

Idee 8: „Mini-Coaching“-Karten für Klarheit im Alltag

Perfekt für Sonntagnachmittage, Journaling oder als Ritual in Beziehungen. Diese Karten helfen, Entscheidungen zu sortieren und Prioritäten zu erkennen.

  • Umsetzung: 20 Karten, teils mit kleinen Übungen („Nenne 3 …“).

Beispiele:

  • Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern kannst?
  • Nenne 3 Dinge, die du loslassen möchtest.
  • Welche Entscheidung schiebst du vor dir her – und was macht sie schwer?
  • Was wäre ein realistischer nächster kleiner Schritt?

Idee 9: Reise & Regionalität (DACH-Edition)

Ein thematisches Deck, das besonders in Deutschland und Österreich gut ankommt: Ausflüge, Seen, Berge, Städte, Kulinarik. Es eignet sich auch für Gäste, die neu in der Region sind.

  • Umsetzung: 15–30 Karten, Fokus auf gemeinsame Erlebnisse.

Beispiele:

  • Welcher Ort in deiner Nähe fühlt sich wie Urlaub an?
  • Bist du eher Team Städtetrip oder Natur – und warum?
  • Welche regionale Spezialität würdest du Gästen unbedingt zeigen?
  • Welche Jahreszeit ist für dich die schönste – und was machst du dann?

Idee 10: Familienkarten für Generationenrunden

Familientreffen brauchen Fragen, die alle mitnehmen – ohne zu privat zu werden. Besonders schön: Karten, die Erinnerungen der Älteren würdigen und Neugier bei Jüngeren wecken.

  • Umsetzung: 25–40 Karten, einfache Sprache.
  • Extra: „Erzählkarten“ für Großeltern/Eltern.

Beispiele:

  • Welche Tradition aus deiner Kindheit mochtest du besonders?
  • Was hat sich im Alltag am stärksten verändert?
  • Welche Mahlzeit erinnert dich sofort an Zuhause?
  • Was war dein erster Job – und was hast du daraus gelernt?

Idee 11: Paarkarten für mehr Nähe (ohne Kitsch)

Paare profitieren von Fragen, die Wertschätzung, Zukunft und Alltag verbinden. Formuliere konkret, nicht abstrakt – das macht es leichter, wirklich zu antworten.

  • Umsetzung: 30 Karten, Mischung aus leicht/mittel/tief.
  • Ritual: 2 Karten pro Woche, z. B. beim Abendtee.

Beispiele:

  • Wann hast du dich zuletzt von mir unterstützt gefühlt?
  • Welche kleine Sache könnte ich im Alltag tun, die dir viel bedeutet?
  • Was sollten wir dieses Jahr unbedingt gemeinsam erleben?
  • Welche Art von Ruhe tut dir am meisten gut?

Idee 12: Freundschafts-Deck („Wir kennen uns – aber da geht noch mehr“)

In langjährigen Freundschaften ist vieles bekannt, aber nicht alles ausgesprochen. Dieses Deck bringt frische Perspektiven, ohne dass es sich „komisch“ anfühlt.

  • Umsetzung: 20–30 Karten, Fokus auf gemeinsame Geschichte & Zukunft.

Beispiele:

  • Welche Seite an mir siehst du, die andere oft übersehen?
  • Welche gemeinsame Erinnerung macht dich sofort warm ums Herz?
  • Was sollten wir als Freunde häufiger machen?
  • Welche Fähigkeit würdest du gern von mir „ausleihen“?

Idee 13: Team- & Workshopkarten (Büro-tauglich)

Für Unternehmen, Vereine oder Projektgruppen in Deutschland/Österreich gilt: Fragen müssen respektvoll, inklusiv und nicht zu privat sein. Gleichzeitig sollen sie Vertrauen und Zusammenarbeit stärken.

  • Umsetzung: 30–50 Karten, klare Kategorien (Icebreaker, Zusammenarbeit, Feedback, Lernen).
  • Wording: Vermeide Fragen zu Religion, Parteipolitik, Gesundheit oder Familie, wenn du es nicht sicher moderieren kannst.

Beispiele:

  • Was ist eine Sache, die dir bei der Zusammenarbeit besonders wichtig ist?
  • Wie sieht für dich ein „guter“ Arbeitstag aus?
  • Welche Stärke bringst du ins Team ein, die man selten sieht?
  • Was hat dich beruflich in letzter Zeit etwas dazugelernt?

Idee 14: Event-Karten (Geburtstag, Hochzeit, Polterabend light)

Für Feiern brauchst du Fragen, die schnell funktionieren, Gruppen mischen und für Lacher sorgen – ohne dass es unangenehm wird. Gerade bei Hochzeiten ist „warm & wertschätzend“ oft die beste Mischung.

  • Umsetzung: 20–40 Karten, teils gruppenbezogen („An alle am Tisch …“).
  • Extra: „Wunschkarten“ an das Geburtstagskind/das Paar.

Beispiele:

  • Welche Eigenschaft feierst du heute an der Person/dem Paar?
  • Was war dein schönster Moment in diesem Jahr?
  • Welche kleine Sache macht ein Fest für dich perfekt?
  • Was wünschst du dir, dass wir in einem Jahr gemeinsam sagen können?

Idee 15: Kreativ-Deck mit Aufgaben („Frage + Mini-Challenge“)

Wenn du Abwechslung willst, kombiniere Fragen mit kleinen Aufgaben. Wichtig: Aufgaben sollten niedrigschwellig sein, damit niemand sich bloßgestellt fühlt.

  • Umsetzung: 15–25 Karten, abwechselnd Frage/Challenge oder beides auf einer Karte.
  • Design: Markiere Challenges mit einem Symbol (z. B. Blitz).

Beispiele:

  • Nenne einen Song, der dich sofort in gute Laune bringt (und warum).
  • Challenge: Beschreibe deinen Tag in 3 Wörtern.
  • Challenge: Mach jemandem am Tisch ein konkretes Kompliment.
  • Wenn dein Leben ein Kapitel hätte – wie würde es gerade heißen?

So schreibst du starke Fragen: Eine kleine Checkliste

Wenn du eigene Fragen formulierst, nutze diese Kriterien. Damit stellst du sicher, dass dein Set nicht nur „nett“, sondern wirklich gesprächsfördernd ist.

  • Offen statt geschlossen: Lieber „Wie…?“ als „Hast du…?“
  • Konkrete Bilder: „Welcher Ort…?“ statt „Was magst du?“
  • Ein Thema pro Karte: Keine Doppel-Fragen („Was und warum und wie…“)
  • Wahlmöglichkeiten geben: „Wenn du willst…“ / „Du kannst auch kurz antworten.“
  • Respektvolle Neugier: Keine Suggestivfragen („Findest du nicht auch…?“)

Design-Tipps: So sehen selbst gestaltete Karten nicht „gebastelt“ aus

Auch wenn du Gesprächskarten zu Hause erstellst: Mit ein paar Layout-Regeln wirken sie hochwertig.

Typografie & Lesbarkeit

  • Max. 2 Schriftarten (eine für Titel/Kategorie, eine für Text)
  • Genug Weißraum – nicht alles vollpacken
  • Kontrast (dunkler Text auf hellem Hintergrund)

Rückseite & System

Eine einheitliche Rückseite macht das Set „rund“. Du kannst z. B.:

  • dein Monogramm/Logo nutzen (wenn du es verschenken willst)
  • ein Symbol pro Kategorie auf die Rückseite setzen
  • eine kurze Anleitung abdrucken (Skip-Regel etc.)

Anleitung: Gesprächskarten selbst gestalten in 7 Schritten

Hier ist ein einfacher Prozess, den du immer wieder nutzen kannst – egal ob du ein kleines Mini-Deck oder ein großes Set machen willst.

  1. Anlass definieren: Paarabend, Familie, Team, Geburtstag?
  2. Kategorien festlegen: z. B. Warm-up, Story, Werte, Humor, tief.
  3. Frage-Bank erstellen: Schreibe 60–100 Rohfragen ohne zu bewerten.
  4. Kuratiere & balanciere: Streiche Wiederholungen, mische Tiefen-Level.
  5. Formulierungen glätten: Kurz, klar, ein Thema pro Karte.
  6. Design anwenden: Farben/Symbole/Level, einheitlicher Stil.
  7. Testen: Probespiel in einer kleinen Runde, Feedback einbauen.

Typische Fehler (und wie du sie vermeidest)

Ein Set kann trotz guter Idee „haken“. Diese Stolpersteine tauchen häufig auf:

  • Zu viele „Warum“-Fragen am Stück: Sie können sich wie Verhör anfühlen. Mische mit „Was/Wie/Wann“.
  • Zu private Themen im falschen Kontext: Im Team lieber keine Fragen nach Partnerschaft, Gesundheit oder finanzieller Lage.
  • Zu lange Karten: Wenn man erst lesen muss wie in einem Vertrag, sinkt die Lust.
  • Zu ähnliche Fragen: „Wofür bist du dankbar?“ in 10 Varianten wird schnell redundant.
  • Keine Ausstiegsoption: Ohne Skip-Regel antworten manche aus Druck – und das schadet Vertrauen.

Bonus: Mini-Sets für Deutschland & Österreich – schnelle Themenideen

Wenn du regionale Vorlieben berücksichtigen willst, sind Mini-Themendecks ideal. Sie funktionieren als Ergänzung zu einem Basisset.

  • Feiertage & Jahreszeiten: Advent, Silvester, Fasching/Karneval, erste warme Frühlingstage, Herbstspaziergänge.
  • Outdoor: Wandern, Seen, Radtour, Skitag, Hüttenabend.
  • Genuss: Lieblingsbäckerei, Sonntagsfrühstück, lokale Spezialitäten, „Was gehört für dich zu einer guten Jause?“
  • Stadtleben: ÖPNV-Momente, Lieblingsviertel, Café-Kultur, „Geheimtipps“.

FAQ: Häufige Fragen rund ums Kartenset

Wie viele Karten sollte ein gutes Set haben?

Für den Start reichen 30–50 Karten. Damit hast du genug Auswahl, ohne dass es ewig dauert, alles zu erstellen. Für Workshops oder größere Events können 60–100 Karten sinnvoll sein.

Wie verhindere ich, dass es „cringe“ wird?

Setze auf respektvollen Humor, vermeide zu intime Fragen in Gruppen und gib immer die Möglichkeit zu passen. Außerdem hilft es, Fragen konkreter und weniger pathetisch zu formulieren.

Analog oder digital?

Analog wirkt oft verbindender (Hand in der Box, Karte ziehen, Blickkontakt). Digital ist praktisch für Fernbeziehungen oder Remote-Teams. Viele machen es hybrid: Design digital, Nutzung analog.

Fazit: Dein Set, deine Verbindung

Ob du ein kleines Warm-up-Deck für den nächsten Abend mit Freund:innen brauchst oder ein strukturiertes Set für Teamrunden: Wenn du Gesprächskarten selbst gestalten willst, zählt vor allem eins – Menschen ein gutes Gefühl geben. Mit klaren Kategorien, guter Lesbarkeit, einer ausgewogenen Mischung aus Humor und Tiefe sowie respektvollen Regeln entsteht ein Kartenset, das Gespräche nicht erzwingt, sondern ermöglicht.

Wähle 2–3 der Ideen aus diesem Artikel, starte mit 30 Karten, teste sie in einer vertrauten Runde – und verfeinere dein Set Schritt für Schritt. So entsteht etwas, das nicht nur Fragen stellt, sondern echte Verbindung stiftet.

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