Nach der Geburt braucht dein Körper Zeit – besonders der Beckenboden. Zwischen Wochenbett, Stillen, Schlafmangel und dem neuen Alltag ist es gar nicht so leicht, die richtigen Schritte zu finden: Was ist normal, was ist zu viel, wann darf man wieder trainieren – und wie kann man den Beckenboden nach Geburt schonen, ohne sich „zu schonen“ im Sinne von Passivität? In diesem Artikel findest du einen sanften, alltagstauglichen Leitfaden für Deutschland und Österreich: mit verständlichem Hintergrundwissen, konkreten Do’s & Don’ts, Tipps für Kaiserschnitt und vaginale Geburt, Warnsignalen sowie einem sicheren Einstieg in Rückbildung und späteres Training.

Warum der Beckenboden nach der Geburt besondere Aufmerksamkeit verdient

Der Beckenboden ist eine mehrschichtige Muskel- und Bindegewebsplatte, die wie eine Art „Hängematte“ den Bauchraum nach unten abschließt. Er trägt Blase, Gebärmutter und Darm, unterstützt die Kontinenz, stabilisiert den Rumpf und spielt eine wichtige Rolle für Sexualität und Wohlbefinden. In Schwangerschaft und Geburt arbeitet dieses System im Ausnahmezustand: Das Gewicht des Babys, hormonelle Veränderungen (mehr Gewebelaxität) und die Dehnung während der Geburt fordern Muskeln, Faszien und Nerven.

Viele Mütter möchten nach der Entbindung schnell wieder „funktionieren“ – und unterschätzen dabei, wie sehr der Beckenboden Zeit braucht. Ein kluger Aufbau beginnt daher nicht mit Härte, sondern mit Geduld, guter Atmung und einem sicheren Alltag. Ziel ist es, den Beckenboden nach Geburt schonen zu können, ohne dabei in Angst oder vollständige Inaktivität zu verfallen: Du darfst dich bewegen – aber dosiert, clever und mit Fokus auf Regeneration.

Was in den ersten Wochen im Körper passiert

  • Wochenfluss und Rückbildung: Die Gebärmutter zieht sich zusammen, Gewebe heilt, die Beckenorgane finden langsam zurück.
  • Bindegewebe & Hormone: Relaxin und Östrogenveränderungen beeinflussen Stabilität und Spannungsgefühl.
  • Nerven & Durchblutung: Nach Dehnung oder Druck (z.B. bei langen Geburten, Saugglocke) kann es vorübergehend zu Taubheitsgefühlen oder Schwäche kommen.

Diese Prozesse sind normal – aber sie bedeuten: Jetzt ist nicht die Zeit für „Bauch-Beine-Po bis es brennt“, sondern für Stabilität von innen.

Vaginale Geburt vs. Kaiserschnitt: Unterschiedliche Wege, ähnliche Ziele

Ob spontane vaginale Geburt, operative vaginale Entbindung (Zange/Saugglocke) oder Kaiserschnitt: Der Weg ist unterschiedlich, doch der Beckenboden war in jeder Schwangerschaft belastet. Auch nach einem Kaiserschnitt ist das Thema Beckenboden wichtig, weil Gewicht, Haltung, Atmung und das Zusammenspiel mit der Bauchwand sich verändert haben.

Nach vaginaler Geburt: typische Herausforderungen

  • Dehnung/Überdehnung der Muskulatur und des Bindegewebes
  • Dammverletzungen (Riss oder Schnitt) und Narbenheilung
  • Schweregefühl oder „Fremdkörpergefühl“ im Becken
  • vorübergehende Inkontinenz (Harn oder Windabgang)

Nach Kaiserschnitt: was oft unterschätzt wird

  • Narbe & Bauchwand: Schmerzen können zu Schonhaltung und ungünstigem Druckmanagement führen.
  • Atmung: Flacheres Atmen durch Wundschmerz beeinflusst die Rumpfspannung.
  • Beckenbodenbelastung in der Schwangerschaft: Die Belastung endet nicht mit der OP.

Fazit: Der Fokus liegt immer auf einer sanften Rückkehr zu Kraft, Koordination und Alltagstauglichkeit – Schritt für Schritt.

Beckenboden nach Geburt schonen: Die wichtigsten Prinzipien (ohne Angstmodus)

„Schonen“ bedeutet nicht: nichts tun. Es bedeutet: druckarm bewegen, klug heben, den Körper gut ausrichten und Reize so dosieren, dass Heilung möglich bleibt. Diese Prinzipien helfen dir, Überlastung zu vermeiden und gleichzeitig die Basis für späteres Training zu legen.

1) Druckmanagement: der unterschätzte Schlüssel

Viele Beschwerden entstehen weniger durch „zu schwache“ Muskeln, sondern durch ungünstigen intraabdominellen Druck – also Druck im Bauchraum, der nach unten auf den Beckenboden wirkt. Typische Druckspitzen entstehen beim Pressen, Husten, schwerem Heben oder bei klassischen Sit-ups.

Alltagsregel: Atme bei Anstrengung eher aus statt die Luft anzuhalten. Das reduziert Druck nach unten.

  • Gut: Ausatmen beim Aufstehen, Heben, Treppensteigen
  • Ungünstig: Luft anhalten („Pressatmung“), Bauch hart nach außen schieben

2) Haltung & Aufrichtung: mehr Wirkung als du denkst

Stillen, Tragen, Schaukeln – der Alltag mit Baby bringt viele Stunden in Rundrücken-Haltung. Dadurch verändert sich die Druckverteilung im Rumpf. Eine sanfte Aufrichtung kann den Beckenboden spürbar entlasten.

  • Stell dir vor, dein Brustbein „schwebt“ sanft nach oben.
  • Becken neutral: nicht stark ins Hohlkreuz kippen, nicht einrollen.
  • Kiefer und Schultern lösen – Spannungsketten reichen bis in den Beckenboden.

3) „Weniger ist mehr“: Belastung in Wellen denken

In den ersten Wochen reagiert der Körper sensibel. Ein guter Maßstab ist: 24-Stunden-Regel. Wenn Beschwerden (Schwere, Druck, Ziehen, Urinverlust) am selben Tag oder am nächsten Tag deutlich zunehmen, war es wahrscheinlich zu viel.

Was im Wochenbett wirklich hilft (und was du besser lässt)

Das Wochenbett ist Regenerationszeit. In Deutschland und Österreich wird es häufig als sechs bis acht Wochen beschrieben – individuell kann es länger dauern, besonders nach Geburtsverletzungen oder Kaiserschnitt. Hier ist die gute Nachricht: Du kannst in dieser Phase schon sehr viel tun, um den Beckenboden zu unterstützen – ohne „Training“ im klassischen Sinn.

Do’s im Wochenbett

  • Viel liegen – aber nicht nur: kurze, sanfte Spaziergänge steigern Durchblutung.
  • Seitenlage und Rückenlage variieren, wenn es angenehm ist.
  • Wärme (z.B. Wärmflasche am unteren Rücken) kann Entspannung fördern.
  • Ausreichend trinken und ballaststoffreich essen (verhindert Pressen beim Stuhlgang).
  • Beckenboden-Wahrnehmung: sanft spüren, nicht „hart anspannen“.

Don’ts im Wochenbett (typische Beckenboden-Fallen)

  • Schweres Heben (große Wasserkisten, volle Wäschekörbe) – wenn es nicht vermeidbar ist: Technik & Ausatmen.
  • Intensives Bauchmuskeltraining (Sit-ups, Crunches, Planks in hoher Spannung)
  • Langes Stehen und „durchpowern“, wenn Schweregefühl auftritt
  • Zu frühes Joggen oder Springen (hohe Stoßbelastung)

Die häufigsten Symptome – und was sie bedeuten können

Viele Veränderungen sind in den ersten Monaten häufig und oft gut beeinflussbar. Wichtig ist, Signale ernst zu nehmen statt sie wegzudrücken. Wenn du den Beckenboden nach Geburt schonen möchtest, ist ein gutes Körpergefühl der beste Kompass.

Typische (meist vorübergehende) Symptome

  • Harnverlust beim Niesen/Lachen
  • Windabgang schlechter kontrollierbar
  • Schwere- oder Druckgefühl im Becken
  • Schmerzen an Damm/Narbe, Brennen, Ziehen
  • Rücken- oder Beckenschmerzen durch veränderte Statik

Warnzeichen: wann du medizinisch abklären lassen solltest

Bitte hole dir zeitnah Rat bei Hebamme, Gynäkologin/Gynäkologe oder einer spezialisierten Beckenboden-Physiotherapie, wenn:

  • das Druckgefühl zunimmt oder du eine Vorwölbung in der Scheide spürst (Hinweis auf Senkung)
  • starke, anhaltende Inkontinenz besteht
  • du Taubheitsgefühle oder deutliche Schwäche in Beinen/Becken hast
  • starke Schmerzen, Fieber oder auffälliger Geruch beim Wochenfluss auftreten

In Deutschland und Österreich gibt es zunehmend spezialisierte Angebote (Beckenboden-Zentren, Urogynäkologie, Physio mit Beckenboden-Fortbildung). Frühzeitige Unterstützung lohnt sich.

Sanfte Basisübungen: Atmung, Wahrnehmung, Koordination

Bevor Kraft kommt, kommt Koordination. Viele Frauen spannen nach der Geburt „irgendwo“ an (Po, Oberschenkel, Bauch), aber nicht gezielt den Beckenboden. Oder sie spannen zu stark und halten die Spannung – was eher gegen die Funktion arbeitet. Der Beckenboden braucht beides: Anspannung und Entspannung.

Übung 1: 360°-Atmung (Rippen & Beckenboden koppeln)

Ausgangsposition: Rückenlage, Knie aufgestellt oder Seitenlage. Eine Hand auf die unteren Rippen, eine auf den Bauch.

  • Atme durch die Nase ein und stell dir vor, die unteren Rippen weiten sich nach außen – auch nach hinten.
  • Beim Ausatmen (durch den Mund) lässt du die Rippen sanft sinken. Stell dir vor, der Beckenboden hebt minimal nach innen/oben – ohne Po anzuspannen.

Dosierung: 5–8 Atemzüge, 1–3× täglich.

Übung 2: „Fahrstuhl“ – sanfte Aktivierung in Stufen

Stell dir vor, der Beckenboden ist ein Fahrstuhl mit drei Etagen.

  • Beim Ausatmen: fahre auf Etage 1 (ganz leicht aktivieren).
  • Optional: Etage 2 (moderat) – nur wenn es sich gut anfühlt.
  • Dann bewusst wieder loslassen und „unten ankommen“.

Wichtig: Keine Maximalspannung. Das Ziel ist Kontrolle, nicht Kraftrekord.

Übung 3: Becken kippen (Mobilität & Entlastung)

Ausgangsposition: Rückenlage, Knie aufgestellt.

  • Einatmen: Becken in eine angenehme neutrale Position.
  • Ausatmen: Becken minimal kippen, als würdest du den unteren Rücken lang machen.

Diese Bewegung kann helfen, Druck zu regulieren und die tiefe Bauchmuskulatur sanft einzubinden.

Alltag mit Baby: So hebst, trägst und bewegst du dich beckenbodenfreundlich

Der größte „Trainingsreiz“ im Wochenbett ist nicht die Übungsmatte – es ist der Alltag: Baby aus dem Bettchen heben, Maxi-Cosi tragen, Kinderwagen ins Auto, Wäsche, Treppen. Wenn du hier beckenbodenfreundliche Muster etablierst, ist das ein massiver Schutzfaktor.

Richtig aufstehen (aus Bett/Sofa)

  • Über die Seite rollen statt gerade hochcrunchen.
  • Beim Hochdrücken ausatmen und Kinn leicht zur Brust nehmen.
  • Füße nah heranstellen, nicht mit Schwung.

Heben: die 3-Punkte-Strategie

  • Nah am Körper heben (Baby an dich heranholen, dann hoch).
  • Breiter Stand, Knie beugen, Rücken lang.
  • Ausatmen beim Anheben (kein Luftanhalten).

Tragen: lieber verteilt als einseitig

In Deutschland und Österreich sind Tragetücher und ergonomische Tragehilfen sehr verbreitet – und sie können entlasten, wenn sie gut eingestellt sind.

  • Wechsle Seiten (Hüfttragen nicht ständig auf derselben Seite).
  • Schultern „weg von den Ohren“ und Brustbein sanft heben.
  • Wenn du Schweregefühl bekommst: Pause im Liegen oder Seitenlage.

Stuhlgang ohne Pressen: ein Gamechanger

Pressen ist eine der häufigsten Ursachen für Druck nach unten. Unterstütze den Toilettengang so:

  • Fußhocker nutzen (Knie höher als Hüfte, „Hockposition“).
  • In den Bauch und Flanken atmen, Kiefer lösen.
  • Geduld: lieber kurz aufstehen und später wieder versuchen als pressen.

Rückbildung: wann starten, was bringt sie – und was sollte sie können?

Rückbildung ist mehr als „ein paar Beckenbodenübungen“. Gute Kurse verbessern Wahrnehmung, Kraft, Entspannung, Haltung und das Zusammenspiel von Beckenboden, Zwerchfell und tiefer Bauchmuskulatur. In Deutschland übernehmen Krankenkassen häufig eine bestimmte Anzahl an Stunden (Rahmenbedingungen variieren). In Österreich gibt es je nach Bundesland und Versicherung unterschiedliche Zuschüsse bzw. Angebote – oft lohnt es sich, direkt bei der Kasse nachzufragen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

  • Frühphase (erste Wochen): Atmung, sanfte Aktivierung, Mobilisation – oft auch angeleitet durch die Hebamme.
  • Klassischer Rückbildungskurs: häufig ab ca. 6–8 Wochen (je nach Heilung, Kaiserschnitt manchmal später empfohlen).
  • Individuell: Bei Schmerzen, Senkungsgefühl oder starker Inkontinenz: lieber früher zur Physio als „abwarten“.

Woran du einen guten Rückbildungskurs erkennst

  • Es wird Druckmanagement erklärt (Ausatmen bei Belastung).
  • Übungen haben Progressionen (leichter/schwerer).
  • Es wird nicht nur „Anspannen“, sondern auch Entspannen geübt.
  • Alltagsstrategien (Heben, Tragen, Toilettenverhalten) sind Thema.

Ab wann wieder Sport? Ein sicherer Fahrplan (ohne starre Regeln)

Viele möchten „endlich wieder“ laufen, ins Fitnessstudio oder zum HIIT. Verständlich – Bewegung hilft mental enorm. Dennoch gilt: Stoßbelastung und hohe Bauchdruck-Spitzen sind für viele Beckenböden in den ersten Monaten zu viel. Ein progressiver Wiedereinstieg verhindert Rückschritte.

Phase 1: Regeneration & sanfte Aktivierung (0–6/8 Wochen)

  • Spaziergänge, kurze Mobility-Einheiten
  • Atmung & Koordination (siehe Übungen)
  • Kein Springen, kein schweres Krafttraining

Phase 2: Aufbau (ca. ab 6/8 Wochen bis 3–6 Monate)

  • Rückbildung + leichte Kräftigung (z.B. Kniebeugen ohne Zusatzgewicht, Rudern mit Miniband)
  • Core-Training mit Fokus auf tiefe Stabilität (ohne Pressatmung)
  • Belastung langsam steigern, Symptome beobachten

Phase 3: Return to impact (Stoßbelastung) – individuell

Joggen, Sprünge, intensives Intervalltraining sind möglich, aber oft erst sinnvoll, wenn:

  • du im Alltag beschwerdefrei bist (kein Druck, kein Urinverlust)
  • du Rückbildung konsequent gemacht hast
  • dein Core/Beckenboden Belastung reflexhaft regulieren kann

Viele Fachpersonen nennen Zeiträume von 3 bis 6+ Monaten als realistisch – je nach Geburtsverlauf, Gewebe, Schlaf, Stillen, Trainingshistorie. Ein Check bei Beckenboden-Physio (z.B. Funktionsprüfung) kann Sicherheit geben.

Mythen & häufige Fehler: gut gemeint, aber kontraproduktiv

Mythos 1: „Je mehr Beckenboden, desto besser“

Zu viel Spannung kann Probleme verstärken: Schmerzen beim Sex, Verstopfung, Spannungsgefühl. Funktion bedeutet: anspannen können und loslassen können.

Mythos 2: Bauch einziehen macht automatisch stabil

Dauerhaftes „Bauch einziehen“ kann Druck ungünstig nach unten verlagern oder die Atmung einschränken. Besser: atmungsgeführte Aktivierung und Aufrichtung.

Mythos 3: Nach Kaiserschnitt ist der Beckenboden „nicht betroffen“

Die Schwangerschaft allein belastet den Beckenboden stark. Zusätzlich beeinflusst die Narbe die Rumpfkoordination. Rückbildung ist daher auch nach Kaiserschnitt sinnvoll.

Sexualität, Narben, Schmerzen: behutsam zurück zu Vertrauen

Viele Frauen erleben nach der Geburt Trockenheit (besonders beim Stillen), Empfindlichkeit an Damm oder Narbe oder Angst vor Schmerz. Das ist häufig – und es darf Zeit brauchen. Beckenbodenfreundlich ist hier vor allem: kein Druck, gute Kommunikation, passende Hilfsmittel und bei Bedarf professionelle Unterstützung.

Was helfen kann

  • Gleitgel (bei Stillen oft besonders hilfreich)
  • Langsamkeit und Positionen, die Druck reduzieren
  • Narbenpflege nach Freigabe durch Fachperson (z.B. sanfte Massage)
  • Bei anhaltenden Schmerzen: Abklärung (z.B. Beckenboden-Physio, Gyn)

Beckenbodenfreundliche Mini-Routinen für den Tag (realistisch mit Baby)

Du musst kein 45-Minuten-Programm durchziehen. Kleine, häufige Impulse sind oft wirksamer – und leichter umzusetzen.

Routine A (2 Minuten): morgens im Bett

  • 5 tiefe 360°-Atemzüge
  • 3–5 sanfte „Fahrstuhl“-Aktivierungen
  • kurzes Becken kippen (5 Wiederholungen)

Routine B (1 Minute): bei jedem Aufstehen

  • Vor dem Hochkommen: ausatmen
  • Brustbein heben, Schultern weich

Routine C (3 Minuten): nach einem Spaziergang

  • Seitenlage, bewusst ausatmen
  • Beckenboden „schmelzen lassen“ (Entspannung)

Ernährung, Gewicht, Stillen: indirekte Faktoren, die den Beckenboden beeinflussen

Beckenbodengesundheit hängt nicht nur von Übungen ab. Auch Schlaf, Stress, Ernährung und hormonelle Situation wirken mit – manchmal stärker als erwartet.

Ballaststoffe & Flüssigkeit gegen Pressen

Ob in Deutschland das klassische Vollkornbrot oder in Österreich das Schwarzbrot: Ballaststoffe sind hilfreich. Kombiniere sie mit genügend Flüssigkeit, sonst wird es eher zäh.

  • Gute Optionen: Haferflocken, Leinsamen (mit Wasser), Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst
  • Tipp: Leinsamen/Chiasamen immer ausreichend quellen lassen

Stillen & Gewebe

Beim Stillen ist der Östrogenspiegel häufig niedriger, Schleimhäute können trockener sein und Gewebe fühlt sich „anders“ an. Das ist kein Zeichen von Versagen – eher ein Hinweis, sanft und geduldig zu bleiben.

Professionelle Hilfe: welche Anlaufstellen es in Deutschland & Österreich gibt

Du musst nicht allein herausfinden, was los ist. Gerade wenn du unsicher bist, ist eine gezielte Abklärung Gold wert.

  • Hebamme: Wochenbettbetreuung, erste Orientierung, Rückbildungsempfehlungen
  • Gynäkologie/Urogynäkologie: Abklärung bei Inkontinenz, Senkungsbeschwerden, Schmerzen
  • Physiotherapie mit Beckenboden-Schwerpunkt: Funktionstest, individuelles Übungsprogramm, Narbenbehandlung
  • Beckenboden-Zentren: interdisziplinär (je nach Region)

FAQ: häufige Fragen rund ums Beckenboden-Schonen nach der Geburt

Wie merke ich, ob ich den Beckenboden richtig anspanne?

Ein häufiges Zeichen ist ein sanftes „Heben nach innen/oben“ ohne dass Po und Oberschenkel stark mitarbeiten. Wenn du dabei die Luft anhältst oder der Bauch stark nach außen drückt, ist es eher ein Hinweis auf falsches Druckmanagement. Eine Beckenboden-Physio kann das sehr schnell klären.

Ist ein leichtes Schweregefühl normal?

In den ersten Wochen kann ein leichtes Schweregefühl nach langem Stehen oder viel Tragen vorkommen. Es sollte jedoch mit Ruhe besser werden. Nimmt es zu oder bleibt es konstant, ist eine Abklärung sinnvoll.

Kann ich schon früh mit Rückbildung starten?

Sanfte Atem- und Wahrnehmungsübungen gehen oft sehr früh, manchmal schon im Wochenbett – abhängig von deinem Befinden und der Empfehlung deiner Hebamme/Ärztin. Intensivere Kräftigung und anspruchsvollere Übungen gehören meist eher in den Rückbildungskurs.

Was ist mit Bauchspalte (Rektusdiastase)?

Eine Rektusdiastase ist nach Schwangerschaft häufig. Entscheidend ist weniger die „Lücke“ als die Funktion der Bauchwand und die Druckregulation. Ein beckenbodenfreundlicher Aufbau berücksichtigt beides: Core und Beckenboden arbeiten zusammen.

Fazit: Sanft zurück zur Stärke – mit Strategie statt Druck

Dein Körper hat Großes geleistet. Wenn du den Beckenboden nach Geburt schonen willst, brauchst du keine Perfektion, sondern kluge Basics: Atmung, Druckmanagement, beckenbodenfreundliche Alltagsbewegungen und eine progressive Rückbildung. Achte auf Warnsignale, nimm dir Zeit und hol dir Unterstützung, wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt. So entsteht Schritt für Schritt wieder Vertrauen – und daraus echte, nachhaltige Stärke.

Siehe auch

Sanfte Übergaben mit dem Baby: So gelingt der Wechsel ohne Tränen
Sanfte Übergaben mit dem Baby: So gelingt der Wechsel ohne Tränen
Übergaben mit einem Baby – etwa zwischen Eltern, Großeltern, Tagesmutter…
Sichere Medikamentendosierung: So prüfen Sie die richtige Menge nach Körpergewicht
Sichere Medikamentendosierung: So prüfen Sie die richtige Menge nach Körpergewicht
Die richtige Dosis entscheidet bei vielen Arzneimitteln darüber, ob eine…
So bleibt Muttermilch frisch und sicher: Die besten Tipps zum Aufbewahren, Kühlen & Einfrieren
So bleibt Muttermilch frisch und sicher: Die besten Tipps zum Aufbewahren, Kühlen & Einfrieren
Abgepumpte Milch ist für viele Familien in Deutschland und Österreich…
Weniger Stress, mehr Ruhe: Selbstfürsorge im Wochenbett ganz einfach machen
Weniger Stress, mehr Ruhe: Selbstfürsorge im Wochenbett ganz einfach machen
Das Wochenbett ist eine besondere Zeit: wunderschön, intensiv – und…
Kreative Spielideen für Kinder – Spaß ganz ohne neues Spielzeug
Kreative Spielideen für Kinder – Spaß ganz ohne neues Spielzeug
Neue Spielsachen sind schnell gekauft – und ebenso schnell wieder…
Gemeinsam Passwörter sicher verwalten: So organisiert ihr eure Zugänge stressfrei und geschützt
Gemeinsam Passwörter sicher verwalten: So organisiert ihr eure Zugänge stressfrei und geschützt
Ob in der Familie, in einer WG, im Verein oder…
Wenn Kinder um Spielzeug streiten: 7 kreative Wege, den Konflikt fair zu lösen
Wenn Kinder um Spielzeug streiten: 7 kreative Wege, den Konflikt fair zu lösen
Ein Streit um Spielzeug gehört in Familien, Kitas und auf…
Lesen verbindet: So macht gemeinsames Vorlesen auch mit Leseschwierigkeiten Spaß
Lesen verbindet: So macht gemeinsames Vorlesen auch mit Leseschwierigkeiten Spaß
Gemeinsames Vorlesen ist mehr als eine schöne Abendroutine: Es schafft…
Alles griffbereit unterwegs: So packst du deine Wickeltasche clever und übersichtlich
Alles griffbereit unterwegs: So packst du deine Wickeltasche clever und übersichtlich
Unterwegs mit Baby kann sich jede Kleinigkeit plötzlich riesig anfühlen:…
Kinderwunsch im Gespräch: So bereiten Sie den Arzttermin optimal vor
Kinderwunsch im Gespräch: So bereiten Sie den Arzttermin optimal vor
Ein unerfüllter Kinderwunsch wirft oft viele Fragen auf – medizinische,…

Zuletzt angesehen