Ein erfüllter Kinderwunsch beginnt oft lange vor dem positiven Schwangerschaftstest – und genau hier spielt Folsäure eine zentrale Rolle. Viele Frauen (und auch Paare) wissen zwar, dass Folsäure „wichtig“ ist, aber nicht wann man starten sollte, wie viel sinnvoll ist, welche Risiken bei bestimmten Vorerkrankungen bestehen und was man unbedingt ärztlich abklären sollte. In diesem Artikel erfahren Sie, warum es sinnvoll ist, Folsäure bei Kinderwunsch zu besprechen, welche Fragen Sie in der Praxis stellen sollten und wie Sie in Deutschland und Österreich die für Sie passende Vorbereitung gestalten.

Kinderwunsch und Folsäure: Warum das Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt so entscheidend ist

Wenn Sie schwanger werden möchten, rückt meist vieles gleichzeitig in den Fokus: Zyklus, Timing, Lebensstil, Ernährung, mögliche Vorerkrankungen und nicht zuletzt Nahrungsergänzungsmittel. Unter diesen ist Folsäure (bzw. Folat als natürliche Form) besonders wichtig, weil sie an zentralen Prozessen der Zellteilung und Blutbildung beteiligt ist. Gerade in den ersten Schwangerschaftswochen – häufig, bevor eine Schwangerschaft überhaupt bemerkt wird – entwickelt sich das Neuralrohr des Embryos. Ein ausreichender Folatstatus kann das Risiko bestimmter Fehlbildungen (z. B. Neuralrohrdefekte) deutlich senken.

Das Entscheidende: Es reicht oft nicht, erst nach einem positiven Test zu beginnen. Deshalb ist es sinnvoll, Folsäure bei Kinderwunsch zu besprechen – und zwar rechtzeitig. Im Gespräch lassen sich Dosierung, Startzeitpunkt, mögliche Wechselwirkungen und individuelle Risikofaktoren klären. Das ist besonders relevant, wenn Sie Medikamente einnehmen, Vorerkrankungen haben, bereits eine Schwangerschaft mit Komplikationen erlebt haben oder wenn ein höherer Bedarf vermutet wird.

Folsäure, Folat & Co.: Begriffe, die Sie kennen sollten

Rund um das Thema begegnen Ihnen verschiedene Begriffe. Ein kurzer Überblick hilft, Missverständnisse zu vermeiden:

  • Folat: Sammelbegriff für natürlich vorkommende Folatverbindungen in Lebensmitteln (z. B. in grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten).
  • Folsäure: synthetische Form, die in vielen Präparaten und angereicherten Lebensmitteln verwendet wird.
  • 5-MTHF (5-Methyltetrahydrofolat): aktive Folatform, die manche Präparate enthalten; wird teils empfohlen, wenn es Hinweise auf Umwandlungsprobleme gibt (z. B. bei bestimmten genetischen Varianten) – das sollte jedoch individuell ärztlich beurteilt werden.

Wichtig ist: Ob Folsäure oder 5-MTHF besser passt, hängt nicht von Trends ab, sondern von Ihrer persönlichen Situation. Genau deshalb lohnt sich das strukturierte Gespräch in der gynäkologischen Praxis oder bei der Hausärztin/dem Hausarzt.

Wann sollten Sie starten – und wie lange einnehmen?

In der Praxis stellt sich häufig die Frage: „Ab wann ist es sinnvoll?“ Die kurze, alltagstaugliche Antwort lautet: frühzeitig. Viele Fachgesellschaften empfehlen, bereits mindestens 4 Wochen vor der Empfängnis mit der Supplementierung zu beginnen und sie mindestens bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels fortzuführen. In manchen Situationen kann eine längere Einnahme sinnvoll sein – das klären Sie am besten individuell.

Warum „vorher“ so wichtig ist

Das Neuralrohr schließt sich sehr früh in der Embryonalentwicklung. Wer erst nach dem Ausbleiben der Periode startet, ist möglicherweise bereits außerhalb des optimalen Zeitfensters. Da nicht jede Schwangerschaft geplant „sofort“ eintritt, ist ein vorbereitender Zeitraum von mehreren Wochen bis Monaten realistisch und oft sinnvoll.

Wie lange weiternehmen?

Üblich ist die Fortführung bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche. Manche Ärztinnen/Ärzte empfehlen darüber hinaus ein Schwangerschafts-Multivitaminpräparat mit Folat – beispielsweise, wenn die Ernährung eingeschränkt ist oder ein erhöhtes Risiko für Mangelzustände besteht. Entscheidend ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung.

Welche Dosierung ist „richtig“? Standardempfehlungen und individuelle Anpassung

Die „eine“ perfekte Dosis gibt es nicht, weil sie vom Ausgangsstatus, dem Ernährungsstil und individuellen Risikofaktoren abhängt. Häufig wird bei Kinderwunsch eine Standarddosierung empfohlen, während bei bestimmten Risikokonstellationen eine höhere Dosierung in Betracht gezogen wird – aber bitte ausschließlich nach ärztlicher Rücksprache.

Typische Orientierungspunkte (ohne individuelle ärztliche Beratung zu ersetzen)

  • Standard bei Kinderwunsch: häufig etwa 400 µg Folsäure pro Tag (je nach Leitlinie/Empfehlung und Präparat).
  • Erhöhter Bedarf: kann z. B. bei bestimmten Vorerkrankungen, Medikamenten oder Vorgeschichte bestehen.

Wichtig: Eine höhere Dosis sollte nicht „auf Verdacht“ eingenommen werden. Ein Zuviel kann in bestimmten Fällen unerwünschte Effekte haben, z. B. das Maskieren eines Vitamin-B12-Mangels. Das bedeutet nicht, dass Folsäure „gefährlich“ ist – sondern dass eine zielgerichtete Supplementierung besser ist als pauschales „mehr hilft mehr“.

Diese Punkte sollten Sie vor der Schwangerschaft medizinisch abklären

Damit das Gespräch effizient ist, hilft es, vorbereitet zu sein. Ziel ist nicht, alle Eventualitäten zu kontrollieren, sondern die wichtigsten Einflussfaktoren zu identifizieren. Nutzen Sie den Termin, um Folsäure bei Kinderwunsch zu besprechen – und gleich weitere Gesundheitsaspekte, die oft eng damit verbunden sind.

1) Ihre persönliche und familiäre Vorgeschichte

Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird häufig nach folgenden Punkten fragen – und Sie können diese aktiv ansprechen:

  • Vorherige Schwangerschaften, Fehlgeburten oder Schwangerschaftskomplikationen
  • Bekannte Fehlbildungen in der Familie
  • Chronische Erkrankungen (z. B. Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Darmerkrankungen)
  • Operative Eingriffe am Magen-Darm-Trakt (z. B. bariatrische OP)

2) Medikamente und Wechselwirkungen

Einige Medikamente können den Folatstoffwechsel beeinflussen oder den Bedarf erhöhen. Dazu gehören je nach Wirkstoffklasse u. a. bestimmte Antiepileptika oder Medikamente, die in den Folatstoffwechsel eingreifen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie im Termin eine vollständige Medikamentenliste mitbringen – inklusive rezeptfreier Mittel, pflanzlicher Präparate und Supplemente.

3) Laborwerte: Was ist sinnvoll, was ist optional?

Nicht jede Person braucht ein großes Laborpaket. In der Praxis werden je nach Situation u. a. folgende Themen besprochen:

  • Folatstatus (je nach Fragestellung)
  • Vitamin B12 (besonders bei veganer/vegetarischer Ernährung oder Risikofaktoren)
  • Eisenstatus (Ferritin) bei Müdigkeit, starken Blutungen oder bekannter Anämie
  • Schilddrüse (TSH) – häufig relevant bei Zyklusunregelmäßigkeiten oder Kinderwunsch

Ob und welche Werte bestimmt werden, hängt von Ihrer Vorgeschichte ab. Für viele ist entscheidend, nicht „alles“ zu testen, sondern die richtigen Parameter.

4) Ernährung, Lebensstil und Resorptionsprobleme

Folat steckt in Lebensmitteln – trotzdem erreichen viele Menschen nicht zuverlässig die empfohlenen Mengen, etwa durch Alltagsstress, einseitige Ernährung oder Magen-Darm-Probleme. Besprechen Sie offen:

  • Ernährungsform (omnivor, vegetarisch, vegan)
  • Appetit, Übelkeit, Unverträglichkeiten
  • Chronische Darmerkrankungen oder Zöliakie
  • Alkoholkonsum, Rauchen

Wer braucht möglicherweise eine andere Strategie? Risikogruppen im Überblick

Für viele Frauen reicht eine Standardempfehlung. Es gibt jedoch Situationen, in denen die Ärztin/der Arzt eher zu einer angepassten Dosis, einer früheren Einnahme oder zusätzlichen Kontrollen rät.

Erhöhtes Risiko kann bestehen bei:

  • Vorangegangener Schwangerschaft mit Neuralrohrdefekt
  • Bestimmten Medikamenten (z. B. einige Antiepileptika; individuelle Abklärung nötig)
  • Diabetes (insbesondere bei suboptimaler Einstellung)
  • Adipositas (je nach BMI und Gesamtbild)
  • Malabsorption oder bariatrischer Chirurgie
  • Alkoholmissbrauch oder starke Mangelernährung

Wenn Sie sich in einem dieser Punkte wiederfinden, ist das kein Grund zur Sorge – aber ein guter Grund, frühzeitig die passende Strategie festzulegen.

Folsäure richtig auswählen: Präparate, Qualität, Kombiprodukte

In Apotheken und Drogerien gibt es zahlreiche Präparate – von reiner Folsäure über Kombi-Produkte bis hin zu „Kinderwunsch-Vitaminen“. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Dosierung pro Tagesportion (nicht pro Tablette, wenn mehrere pro Tag empfohlen sind)
  • Zusammensetzung: Ist zusätzlich Jod, Vitamin D, B12 oder Eisen enthalten?
  • Verträglichkeit: Manche Menschen reagieren empfindlich auf bestimmte Füllstoffe
  • Seriosität: Herstellerangaben, Chargen, nachvollziehbare Deklaration

Reine Folsäure oder Kombi-Präparat?

Ein Kombipräparat kann sinnvoll sein, wenn Sie mehrere Nährstoffe abdecken möchten. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass man unbemerkt etwas einnimmt, das man nicht braucht (z. B. Eisen ohne nachgewiesenen Mangel). Deshalb gilt: je individueller, desto besser. Im Zweifel zuerst Folsäure/Folat gezielt starten und weitere Ergänzungen ärztlich abstimmen.

Jod – häufig zusammen diskutiert (Deutschland & Österreich)

In Deutschland und Österreich ist die Jodversorgung in der Bevölkerung ein wiederkehrendes Thema. Viele Frauen nehmen im Rahmen der Kinderwunschplanung ein Kombipräparat mit Jod. Ob das für Sie passend ist, hängt u. a. von Ihrer Schilddrüsensituation ab (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis) und sollte ärztlich geklärt werden.

Ernährung bei Kinderwunsch: Folatreiche Lebensmittel – und ihre Grenzen

Auch wenn Supplementierung häufig empfohlen wird: Ernährung bleibt die Basis. Folatreiche Lebensmittel sind z. B.:

  • Grünes Blattgemüse (Spinat, Feldsalat, Rucola)
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen)
  • Vollkornprodukte
  • Nüsse und Samen
  • Zitrusfrüchte

Beachten Sie jedoch: Folat ist empfindlich gegenüber Hitze und Lagerung. Wer viel kocht, lange warmhält oder wenig frisch isst, verliert einen Teil. Deshalb wird in der Kinderwunschzeit oft zusätzlich supplementiert – als „Sicherheitsnetz“.

Praktische Tipps für den Alltag (D/A)

  • Mehr roh oder nur kurz gegartes Gemüse einbauen (z. B. Salate, gedünstet statt zerkocht).
  • 2–3x pro Woche Hülsenfrüchte (Linsensuppe, Kichererbsensalat, Bohnen im Eintopf).
  • Vollkorn als Standard (Brot, Haferflocken, Naturreis).
  • In Deutschland/Österreich: Beim Einkauf auf jodiertes Salz achten – sofern medizinisch nichts dagegen spricht.

Häufige Irrtümer rund um Folsäure bei Kinderwunsch

„Ich esse gesund, dann brauche ich kein Präparat.“

Eine gute Ernährung ist sehr hilfreich – sie garantiert aber nicht automatisch einen optimalen Folatstatus im entscheidenden Zeitfenster. Viele Ärztinnen/Ärzte empfehlen deshalb zusätzlich Folsäure/Folat, weil es eine einfache, gut untersuchte und kostengünstige Maßnahme ist.

„Ich beginne einfach, wenn ich schwanger bin.“

Dann kann es für die Prävention bestimmter früher Entwicklungsstörungen zu spät sein. Gerade weil Schwangerschaften nicht immer sofort erkannt werden, ist die Vorbereitung vor der Empfängnis so wichtig.

„Je mehr, desto besser.“

Höhere Dosierungen gehören in ärztliche Hand – besonders, wenn zusätzlich Multivitamine eingenommen werden. Eine Überversorgung ist nicht das Ziel; Ziel ist ein ausreichender Status.

Das Arztgespräch optimal nutzen: Checkliste für Ihren Termin

Damit Sie nichts vergessen, können Sie diese Punkte mitnehmen. So gelingt es, Folsäure bei Kinderwunsch zu besprechen, ohne dass das Gespräch im „Vitamin-Dschungel“ endet.

Unterlagen & Infos, die hilfreich sind

  • Liste aller Medikamente und Supplemente (inkl. Dosierungen)
  • Informationen zu Vorerkrankungen, Operationen, Allergien
  • Ggf. aktuelle Laborwerte (Schilddrüse, Blutbild, Ferritin, B12)
  • Angaben zum Zyklus (Länge, Unregelmäßigkeiten, letzte Periode)

Fragen, die Sie stellen können

  • Welche Folat-/Folsäuredosis empfehlen Sie mir persönlich – und warum?
  • Wann soll ich starten und wie lange einnehmen?
  • Ist ein Kombipräparat sinnvoll oder reicht ein Einzelpräparat?
  • Sollten wir Vitamin B12, Ferritin oder TSH kontrollieren?
  • Gibt es Wechselwirkungen mit meinen Medikamenten?
  • Passt Jod in meinem Fall (Schilddrüse)?

Besondere Situation: Vegane/vegetarische Ernährung

Eine pflanzenbasierte Ernährung kann viele Vorteile haben und ist mit Kinderwunsch grundsätzlich gut vereinbar. Allerdings sollten einige Nährstoffe besonders im Blick behalten werden – und das betrifft oft nicht nur Folat, sondern auch Vitamin B12, Eisen, Jod, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D. Wer vegan lebt, sollte B12 in der Regel sicher supplementieren und den Status regelmäßig kontrollieren.

Hier zeigt sich der Wert des ärztlichen Gesprächs: Statt wahllos viele Produkte zu kombinieren, lässt sich ein klarer, überprüfbarer Plan erstellen.

Folsäure und Schilddrüse: Warum das Thema oft zusammenkommt

In Kinderwunschsprechstunden werden häufig sowohl Folsäure als auch Schilddrüsenwerte thematisiert. Schilddrüsenerkrankungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis) können den Zyklus beeinflussen und sind in Deutschland/Österreich nicht selten. Zudem stellt sich oft die Frage nach Jod in Kombi-Präparaten.

Wichtig: Nicht jede Schilddrüsenerkrankung bedeutet automatisch „kein Jod“. Aber die Entscheidung sollte individuell getroffen werden. Wenn Sie bereits Schilddrüsenmedikamente nehmen oder Symptome haben (z. B. starke Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Haarausfall), sprechen Sie das aktiv an.

Was ist mit dem Partner? Kinderwunsch ist Teamsache

Auch wenn Folsäure vor allem mit der Entwicklung des Embryos verknüpft ist, profitieren viele Paare davon, Kinderwunsch als gemeinsames Projekt zu sehen. Für den Partner sind andere Faktoren häufig zentral: allgemeiner Mikronährstoffstatus, Rauchstopp, Alkoholreduktion, ausreichend Schlaf, Stressmanagement und ggf. Abklärung bei auffälligem Spermiogramm.

In manchen Praxen (insbesondere in Kinderwunschzentren in Deutschland und Österreich) ist es üblich, dass beide Partner beraten werden. Das kann entlasten und Missverständnisse vermeiden.

Nebenwirkungen, Verträglichkeit und Sicherheit

Folsäure ist in empfohlenen Dosierungen in der Regel gut verträglich. Manche Menschen berichten über leichte Magen-Darm-Beschwerden – häufig hilft ein Wechsel des Präparats oder die Einnahme zu einer Mahlzeit.

Wirklich wichtig ist die Gesamtschau: Wenn Sie mehrere Kombi-Produkte nehmen (z. B. Kinderwunsch-Vitamin plus zusätzliches Multivitamin), können Dosierungen unbemerkt addiert werden. Deshalb: Einmal alle Präparate auf den Tisch – und dann gemeinsam entscheiden.

So bauen Sie eine sinnvolle Routine auf (ohne Stress)

Viele scheitern nicht am „Wissen“, sondern an der Umsetzung. Mit diesen Strategien klappt es alltagstauglich:

  • Fester Zeitpunkt: z. B. morgens nach dem Zähneputzen oder zum Frühstück.
  • Tablettenbox: hilft, Einnahmefehler zu vermeiden.
  • Nachkauf-Erinnerung: rechtzeitig neue Packung besorgen (Apotheke/Drogerie).
  • Reduktion auf das Wesentliche: lieber ein klarer Plan als fünf Produkte parallel.

Deutschland & Österreich: Was ist in der Versorgung typisch?

In Deutschland und Österreich werden Kinderwunsch und Schwangerschaftsvorsorge häufig durch gynäkologische Praxen begleitet; je nach Situation kommt die Betreuung durch Hausärztin/Hausarzt, Endokrinologie oder ein Kinderwunschzentrum hinzu. Viele Präparate sind rezeptfrei erhältlich, die Beratung erfolgt oft in der Apotheke – dennoch bleibt das ärztliche Gespräch wichtig, wenn Vorerkrankungen, Medikamente oder ein erhöhtes Risiko bestehen.

Außerdem unterscheiden sich individuelle Empfehlungen manchmal je nach Praxis, Leitlinie und persönlichem Risikoprofil. Wenn Sie unterschiedliche Aussagen hören, ist das nicht automatisch „falsch“, sondern oft Ausdruck unterschiedlicher Ausgangslagen. Bitten Sie um eine kurze Begründung – dann können Sie die Empfehlung besser einordnen.

FAQ: Häufige Fragen zu Folsäure bei Kinderwunsch

Wie früh sollte ich Folsäure einnehmen, wenn wir „es einfach mal versuchen“?

Wenn eine Schwangerschaft möglich ist, ist ein Start mehrere Wochen vorher sinnvoll. Viele beginnen bereits, sobald der Kinderwunsch konkret wird, um das frühe Zeitfenster gut abzudecken.

Kann ich Folsäure auch nehmen, wenn ich die Pille gerade abgesetzt habe?

Ja, das ist häufig sogar ein guter Zeitpunkt. Nutzen Sie die Phase nach dem Absetzen, um die Basics (Folsäure/Folat, ggf. Jod nach Abklärung, Impfstatus, Schilddrüse) zu sortieren.

Was ist besser: Folsäure oder 5-MTHF?

Beides kann passend sein. Welche Form für Sie sinnvoll ist, hängt von individuellen Faktoren ab. Wenn Sie unsicher sind oder bereits viele Präparate ausprobiert haben, klären Sie das gezielt in der Praxis.

Muss ich Folat im Blut messen lassen?

Bei vielen gesunden Frauen ist das nicht zwingend nötig. Bei Risikofaktoren (z. B. Malabsorption, bariatrische OP, auffällige Ernährung, bestimmte Medikamente) kann eine Kontrolle jedoch sinnvoll sein.

Kann ich zu viel Folsäure aufnehmen?

In üblichen Dosierungen ist Folsäure gut untersucht. Problematisch kann eher die unübersichtliche Kombination mehrerer Produkte werden. Deshalb: Gesamtdosis prüfen und im Zweifel ärztlich abstimmen.

Fazit: Mit klarer ärztlicher Abstimmung entspannt in die Kinderwunschzeit

Folsäure ist eine der wirksamsten und einfachsten Maßnahmen in der Vorbereitung auf eine Schwangerschaft – vorausgesetzt, Startzeitpunkt und Dosierung passen zu Ihrer Situation. Statt sich durch widersprüchliche Online-Tipps zu arbeiten, lohnt sich ein strukturiertes Gespräch: Vorerkrankungen, Medikamente, Ernährung und ggf. Laborwerte geben den Rahmen für eine Empfehlung, die zu Ihnen passt.

Wenn Sie den Kinderwunsch konkret planen, setzen Sie sich einen kurzen „Vorsorge-Block“ auf die To-do-Liste: Termin in der gynäkologischen Praxis, Präparate-Check und ein realistischer Startpunkt. So können Sie Folsäure bei Kinderwunsch besprechen, informierte Entscheidungen treffen und mit einem guten Gefühl in die nächste Phase starten.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Dosierung und Auswahl von Präparaten sollten insbesondere bei Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme oder Risikofaktoren individuell mit der Ärztin/dem Arzt abgestimmt werden.

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